Dem Dichter Ovidius zufolge brachte die schwangere Göttin Leto ihre Zwillinge Artemis und Apollon auf der Insel Delos zur Welt. Anschließend ging sie entlang des Flusses Xanthos bis zu der Stelle, an der heute der Leto-Tempel steht. Der Legende nach versuchte Leto, ihre Kinder zu baden, wurde jedoch von den Einheimischen daran gehindert und verwandelte sie in ihrer Wut in Frösche. Diese Mythologie bildet die Entstehungsgeschichte der archäologischen Stätte Letoon.
Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass die erste Besiedlung von Letoon bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Die Ruinen und Inschriften belegen, dass Letoon während der lykischen Zeit ein politisches und religiöses Zentrum war. Die antike Stadt verfügt über drei nebeneinanderliegende Tempel: Der westlichste Tempel im ionischen Stil ist der Göttin Leto gewidmet, der kleinere mittlere Tempel Artemis und der östliche Tempel Apollon.
Das Apollon-Mosaik, ursprünglich in der Mitte des Tempels, wurde zum Schutz vor Beschädigungen ins Archäologische Museum Fethiye gebracht und wird dort ausgestellt. Die Inschriften in Lykisch, Aramäisch und Griechisch spielten eine wichtige Rolle beim Verständnis der lykischen Sprache. Auf der Stätte befinden sich zudem eine Stoa und ein Theater aus der hellenistischen Zeit, die zu den Highlights für Besucher zählen.
